Cremlingen. Es gibt Termine, die im Kalender der regionalen Fußballfans rot angestrichen sind. Der Autohaus Mura-Cup gehört definitiv dazu – und das nun schon seit 25 Jahren. Am gestrigen Samstag feierte das Traditionsturnier sein silbernes Jubiläum in der Cremlinger Sporthalle. Organisatoren, Spieler und Zuschauer machten die Auflage zu einem Fest des Hallenfußballs, bei dem sportlicher Ehrgeiz und freundschaftliches Wiedersehen Hand in Hand gingen.
Ab dem Mittag rollte der Ball über den Linoleumboden. Die Jubiläumsausgabe bot den Zuschauern auf der gut gefüllten Tribüne alles, was den Budenzauber ausmacht: enge Duelle, technische Finesse und eine ordentliche Portion Emotionen. Die Organisation des Cups oblag wie in den Vorjahren der Herrenmannschaft des TuS Cremlingen sowie dem Fußballförderkreis. Fußball-Abteilungsleiter Nicolas Beese hatte für die „Silber-Edition“ ein spannendes Feld zusammengestellt. Im bewährten Modus „Jeder gegen Jeden“ traten sieben Teams an, um den Wanderpokal zu ergattern. Neben dem Gastgeber und dem Titelverteidier VfL Leiferde waren der VfR Weddel, TSV Destedt, SV Stöckheim sowie die Sportfreunde Ahlum und der MTV Hondelage am Start.
Trainer Stefan Schulze begrüßte die Spieler und bat um eine Schweigeminute für Harald Lippelt. Der 84-Jährige, dessen Beerdigung am gestrigen Morgen stattfand, war eine Institution: 65 Jahre Mitglied im TSV Destedt und 57 Jahre Schiedsrichter im Landkreis Wolfenbüttel. Mit über 3.000 geleiteten Spielen zählte er zu den dienstältesten Unparteiischen des NFV-Kreises Nordharz. Zwei, die ihren Kollegen auf jeden Fall schätzten, waren Heinz-Günter Maas und Marian Fijalkowski. Dass auf dem Parkett alles in geordneten Bahnen verlief, dafür sorgten einmal mehr die beiden Schiedsrichter-Routiniers. Mit ihrer unaufgeregten Art hatten sie das Geschehen im Griff, auch wenn es in den hitzigen Phasen mal lauter wurde. Für den 76-Jährigen Fijalkowski war es ein besonderer, aber auch wehmütiger Moment – es war sein letzter Mura-Cup an der Pfeife. „Ich bin 48 Jahre Schiedsrichter“, erzählte er ziemlich stolz. Er erinnerte sich auch noch gut, als der Cup seinen früheren Namen trug, nämlich Achilles-Cup. „Ich war auch schon damals dabei“, fuhr er fort.
Dennis Mura, der 1996 als Angestellter im damaligen Autohaus Achilles begann, übernahm den Betrieb 2008 in schwierigen Zeiten. Seit 2009 findet das Spektakel nun unter seiner Flagge statt. Seitdem hat er das Autohaus ausgebaut und starkgemacht. „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir die Tradition fortsetzen“, so der Geschäftsführer. Natürlich lebt solch ein Turnier von treuen Kunden oder jenen, die es noch werden wollen. Der Automobilbetrieb wurde in den zurückliegenden Jahren immer wieder als Top-Servicepartner ausgezeichnet und ist primär auf VW und Audi spezialisiert.
Apropos Top-Service. Den bekamen die Besucher auch vom TuS Cremlingen. Der Fußballförderkreis hatte allerlei Köstlichkeiten angeboten, damit auch die Zuschauer einmal durchatmen konnten. Denn auf dem Parkett schenkten sich die sieben Vereine keinen Zentimeter. Typisch ür den Budenzauber ging es Schlag auf Schlag: Während manche Partien durch taktische Disziplin und enges Verschieben geprägt waren, lieferten sich andere einen offenen Schlagabtausch. Die Torhüter wuchsen mehrfach über sich hinaus und vereitelten sicher geglaubte Treffer auf der Torlinie. In einigen Momenten entschied oft die individuelle Klasse am Ball – oder das nötige Quäntchen Glück im Abschluss. Trotz der gesunden Härte und emotionalen Zweikämpfe an der Bande blieb das Geschehen stets im sportlichen Rahmen – sehr zur Freude der Spieler und Fans.
Bei der Siegerehrung sprach Mura nur Lob aus. „Es war wieder ein hohes Niveau und hat Spaß gemacht zuzuschauen“, rief er bei der Übergabe des Wanderpokals und der Preisgelder (insgesamt 500 Euro) zu. „Ich freue mich schon auf die 26. Auflage“, betonte der Autohaus-Chef.
Die Platzierungen: Erster wurde Weddel (alle Spiele gewonnen), gefolgt von Cremlingen, Leiferde, Hondelage und Stöckheim. Vorletzter durfte sich Destedt nennen und Schlusslicht wurde Ahlum.
(Quelle: Text/Fotos - Markus Kordilla, Wolfenbütteler Schaufenster)

