Nicht jede Situation auf Schnee und Eis ist gleich. Hier der Unterschied zwischen vorausschauendem Fahren und echtem Notfall – und was Sie jeweils tun sollten.
Die Routine-Fahrt (Es ist glatt, aber stabil):
Die Straße ist leicht verschneit, Sie fahren auf eine Ampel oder Kurve zu. Die Regel: Fahren Sie wie auf rohen Eiern. Nutzen Sie sanft die Motorbremse (früh runterschalten), um Geschwindigkeit abzubauen, ohne die Betriebsbremse nutzen zu müssen. Halten Sie den doppelten bis dreifachen Sicherheitsabstand.
Der Kontrollverlust (Auto „schiebt“/rutscht):
Sie lenken in die Kurve, das Auto fährt aber geradeaus weiter (Untersteuern) oder das Heck wird unruhig. Die Regel: Sofort Kupplung treten (bei Automatik: Fuß vom Gas)! Warum? Nur ein frei rollendes Rad kann Seitenführungskräfte aufbauen. Trennen Sie den Motor von den Rädern, damit sie wieder Grip finden. Lenken Sie dabei ruhig in die gewünschte Richtung – keinesfalls hektisch kurbeln.
Der Notfall (Hindernis voraus):
Ein Kind läuft auf die Straße oder ein Auto vor Ihnen stellt sich quer. Es reicht nicht mehr zum Ausrollen. Die Regel: Schlagbremsung + Kupplung. Treten Sie das Bremspedal mit aller Kraft schlagartig durch und halten Sie den Druck. Treten Sie gleichzeitig die Kupplung voll durch, damit der Motor nicht das ABS stört oder abgewürgt wird. Dank ABS bleibt das Auto lenkbar – weichen Sie dem Hindernis aus, während Sie voll auf der Bremse stehen.

