Cremlingen. Wo sonst polierter Lack im Scheinwerferlicht glänzt und Verkaufsgespräche über den Hubraum und die Ausstattung geführt werden, regierten gestern Nachmittag Mehl, Zucker und Tannenduft. Das Autohaus Mura hat sein technisches Interieur für einen Tag einmal umgeparkt: Zum 14. Mal verwandelte sich das Verkaufshaus an der Cremlinger Hauptstraße in eine weihnachtliche „Bummelmeile“ – und der Ort hätte kaum belebter sein können.
Während die großen Märkte in Braunschweig und Wolfenbüttel noch im Aufbau sind, hat sich der Mura-Basar als fester Vorbote der Adventszeit etabliert. Fünf Wochen sind es noch bis zum Jahreswechsel. Traditionell lädt Familie Mura am Wochenende vor dem ersten Advent zu sich ein, um einmal „Danke“ zu sagen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zogen die Besucher Mützen und Schals tiefer ins Gesicht und wärmten sich die Hände an Glühweinbechern oder den lodernden Feuerkörben vor der Tür. Dass der Winter vor der Tür steht, fühlten alle. „Wir freuen uns sehr, dass wir das wieder auf die Beine stellen konnten“, resümierte Geschäftsführer Dennis Mura angesichts der erfreulichen Besucherzahl.
Rund 20 Stände zogen sich durch die Räumlichkeiten und den Außenbereich. Das Angebot reichte weit über den üblichen Standard hinaus: Neben Marmeladen, Likören und Kränzen gab es handfeste Holzarbeiten und Keramik zu bestaunen. Kulinarisch wurde ebenfalls nicht gekleckert: Fleißige Helfer hatten im Vorfeld rund 60 Kuchen gebacken. Wer es deftiger mochte, griff zur Bratwurst. Das Herzstück des Nachmittags bildete jedoch die Kinderaktion. Inmitten der Ausstellungshalle wurde geknetet und ausgestochen. Die „Bastelecke“ war dauerhaft dicht besiedelt und der Duft frisch gebackener Kekse zog bis in die hintersten Winkel des Gebäudes. Als dann noch der Weihnachtsmann mit seinem Jutesack zur Stippvisite erschien, war die Aufregung bei den Kleinen groß.
Der familiäre Charakter der Veranstaltung zeigte sich auch in den vielen Gesprächen abseits der Verkaufsstände. Es war dieses unkomplizierte Miteinander, das die herzliche Atmosphäre dieses Events ausmachte. Bei Kaffee oder Kakao trafen sich Kunden, Mitarbeiter und Nachbarn. Serviceleiter Frank Deka stand auch in geselliger Runde. Man tauschte sich aus, lachte und genoss es sichtlich, diesen stimmungsvollen Treffpunkt vor der Haustür zu haben, den viele Cremlinger mittlerweile nicht mehr missen möchten. Doch Familie Mura ging es um mehr als nur Geselligkeit. „Die Adventszeit ist für uns eine Zeit zur Begegnung“, betonte Andrea Mura, die als treibende Kraft hinter der Organisation steht. Diesmal geht ihre Weihnachtsspende erneut an den Tierschutzverein Wolfenbüttel. Dorthin spendeten sie auch schon 2023. „Ich liebe Tiere und sie gehen oftmals bei den ganzen Spendenorganisationen unter. Wir hoffen, dass wir auf diese Weise vielen Tieren helfen können“, erklärte Andrea Mura ihre Motivation der Vierbeiner und schaute auf ihren eigenen kleinen Hund.
Der Basar zeigte auch, wie sehr das Unternehmen ein Familienprojekt ist. Junior und Prokurist Luis Mura war mit seiner jungen Familie vor Ort und stolz auf die Resonanz: „Der Basar wird wieder sehr gut angenommen“, meinte er im Kreise seiner Freunde. Ein Fazit, das wohl auch die Besucher unterschreiben würden, die bis zur Dämmerung blieben, um die besinnliche Stimmung zu genießen. (Markus Kordilla/Wolfenbütteler Schaufenster)

